Flexible 2K-Reaktivabdichtung
Anwendungsbereich
- für innen, außen, Wand und Boden
- zum Abdichten von Kellerwänden, Fundamenten und Betonbauteilen nach DIN 18533 (W1-E)
- als Abdichtung gegen drückendes Wasser nach Prüfgrundsätzen MDS, FPD und ÜBB
- als Horizontalsperre unter Wänden nach DIN 18533 (W4-E)
- als Abdichtung beim Übergang auf wasserundurchlässige Bauteile (abP ÜBB) und verlorene Schalungen (abP FPD)
- als flexible Sockelabdichtung nach DIN 18533 (W4-E)
- als Oberflächenschutzsystem OS 5b nach RiLi SIB
- als Oberflächen- und Chloridschutz nach EN 1504-2 (Tabelle 5) für Stahlbeton
- als Behälterabdichtung nach DIN 18535 bis 10 m Wassersäule (W1-B, W2-B), z.B. Regenwasserbehälter
- zum Kleben von Schutz-, Drain- und Dämmplatten
- zum rissüberbrückenden Abdichten von alten schadhaften Kellerabdichtungen
Eigenschaften
-
2-komponentige, flexible Reaktivabdichtung für Kellerwände, Fundamente und Betonbauteile gegen Bodenfeuchtigkeit,aufstauendes Sickerwasser und drückendes Wasser
- radondicht für einen hohen Schutz der Gesundheit
- universell in der Anwendung: als Haftbrücke, Flächen-, Sockel-, Horizontalabdichtung, zum Kleben von Drain- und Dämmplatten geeignet und als Oberflächenschutz für Betonbauteile
- 2 mm Rissüberbrückung nach Prüfgrundsätzen FPD, Rissklasse R3
- erfüllt alle Anforderungen als Oberflächenschutzsystem OS 5b nach RiLi SIB
- einfache Verarbeitung: spritz-, roll-, streich- und spachtelbar
- schnell abbindend, für Arbeiten unter Zeitdruck
- Trocknungskontrolle: nach Farbumschlag bereit für nächsten Schichtauftrag
- haftsicher: auf mineralischen Untergründen und bituminösen Untergründen einsetzbar
- wasserdampfdiffusionsoffen, UV-, alterungs- und witterungsbeständig
- durch hohe Trockenschichtdicke von ca. 90 % der aufgetragenen Materialmenge sehr ergiebig
- überstreich- und überputzbar
- Frost-, Frost-Tausalzbeständig und dicht, schützt vor eindringenden Schadsalzen wie z. B. Chloriden
Gefahr
H318 Verursacht schwere Augenschäden.
H315 Verursacht Hautreizungen.
Untergrundvorbehandlung
Als Untergründe eignen sich Beton nach EN 206-1 (Mindestfestigkeitsklasse C 20/25), Putz mindestens der Festigkeitsklasse CS III nach EN 998-1 (in Becken muss die Eignung nachgewiesen sein) und mit Zementmörtel vollfugig hergestelltes Mauerwerk sowie druckfeste Dämmungen (in Übergangsbereichen). Hütten- und Betonhohlblocksteine sollten vor dem Beschichten mit einem Putz mindestens der Festigkeitsklasse CS III nach EN 998-1 verputzt sein.
Für die Anwendung als Bauwerksabdichtung muss der Untergrund fest, weitgehend eben und in der Oberfläche feinporig sein. Er muss frei sein von Nestern, klaffenden Rissen und Graten, Staub, wasserabweisenden Zusätzen, Schalöl, Anstrichen oder anderen haftungsstörenden Schichten. Lunker und Kiesnester im Untergrund aus Beton oder haufwerksporige Steine sind mit dem faserverstärkten Betonspachtel PCI Nanocret FC oder dem Reparaturmörtel PCI Nanocret R2 zu verspachteln. Mörteltaschen und Unebenheiten im Mauerwerk sind mit PCI Pericret oder PCI Polyfix Plus L auszugleichen.
Kanten sind zu brechen, Kehlen fluchtrecht mit PCI Polyfix Plus L und einem Radius von mindestens 5 cm zu runden. Zementgebundener Untergrund muss vorgenässt werden; er muss zum Zeitpunkt des Auftragens mattfeucht sein, darf aber keinen Wasserfilm bzw. Pfützen aufweisen. Kalkzementputze, Porenbetonsteine oder ähnlich stark saugende Untergründe und schalungsglatte Betonoberflächen sind mit PCI Gisogrund 404 im Verhältnis 1 : 2 mit Wasser verdünnt zu grundieren.
Die Grundierung muss vor dem Auftrag der Abdichtung abgetrocknet sein.
Für die Anwendung als OS-5b-Produkt muss der Untergrund eine Oberflächenzugfestigkeit von mind. 1,0 N/mm² (im Mittel) aufweisen. Kleinster Einzelwert mind. 0,6 N/mm². Ist dies nicht gegeben, muss der Untergrund durch geeignete Verfahren, wie z.B. Kugelstrahlen, Fräsen und anschließendes Kugelstrahlen oder Strahlen mit festen Strahlmitteln, vorbereitet werden. Poren und Lunker sind ausreichend zu öffnen. Minderfeste Schichten und Schlämmeanreicherungen sind zu entfernen. Fehl- und Hohlstellen müssen geschlossen werden. Die Hinweise der DAfStb-Richtlinie „Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen“ sind zu beachten. Innenliegende Kanten in Behältern, Auffangwannen und Auffangräumen sind als Hohlkehlen mit PCI Polyfix Plus L auszuführen.
Zementgebundener Untergrund muss vorgenässt werden; er muss zum Zeitpunkt des Auftragens mattfeucht sein, darf aber keinen Wasserfilm bzw. Pfützen aufweisen. Stark saugende Untergründe und schalungsglatte Betonoberflächen sind mit PCI Gisogrund 404 im Verhältnis 1 : 2 mit Wasser verdünnt zu grundieren. Die Grundierung mus vor dem Auftrag der Abdichtung abgetrocknet sein.
Verarbeitung
Bei der Verarbeitung von PCI Barraseal Turbo als Abdichtung und als OS-5b-Produkt sind zwei Schichten notwendig, die jeweils volldeckend aufzutragen sind. Die fertige Beschichtung muss an jeder Stelle die benötigte Mindestschichtdicke für die zu erwartende Beanspruchung aufweisen (siehe Technisches Merkblatt).
1. Mischen der beiden Komponenten:
1a Spachtelverfahren:
Vor dem Anrühren ist die Flüssigkomponente ggf. aufzurühren. Die Füssigkomponente wird in ein geeignetes sauberes Anrührgefäß gegeben und anschließend die beiden Verpackungseinheiten der Pulverkomponente hinzugegeben. Alle Komponenten sind mit einem geeigneten Rührer z.B. von der Firma Collomix, ca. 3 Minuten zu einer homogenen Masse anzumischen. Nach einer kurzen Reifezeit von ca. 1 Minute wird die fertige Mischung nochmals kurz aufgerührt. Es können Teilmengen von 50 % der Materialmenge angerührt werden, indem nur ein Gebinde der Pulverkomponente mit der Hälfte der Flüssigkomponente gemischt werden. Die halbe Menge der Flüssigkomponente entspricht einer Füllhöhe des Flüssiggebindes von 9 cm.
1b Streich-, Spritzverfahren oder Quasten:
Für eine streich-, quast- und spritzfähige Konsistenz wird im Anschluss an das oben beschriebene Anrühren der beiden Komponenten ca. 10 % Wasser bezogen auf die Menge an verwendeter Flüssigdispersion hinzugegeben und nochmals aufgerührt, bis eine gleichmässig homogene Masse vorliegt.
2. Auftragen:
Die Grundierschicht wird als Kratzspachtelung aufgetragen, oder im Streichverfahren mit z.B. einem Maurerquast oder Roller satt und oberflächendicht aufgebracht. Ecken und gebrochene Kanten sind sorgfältig zu bedecken.
2a: Bei Anwendung in Verbindung mit dem abP MDS ist zur Überdeckung von Fugen, zur Ausbildung von Anschlüssen, Innenecken, Übergängen und Durchdringungen im erdberührten Bereich das Dichtband PCI Pecitape 250 in die erste Schicht der Abdichtung einzuarbeiten. In nicht erdberührten Bereichen können die Dichtbänder PCI Pecitape Objekt und PCI Pecitape 120 und die passenden Formteile (PCI Pecitape 90° I/A) verwendet werden. Die Dichtbänder werden in die vorgelegte Schicht PCI Barraseal Turbo eingelegt und mit der zweiten Schicht überdeckt.
2b: Die erste Schicht der Abdichtung und weitere Aufträge werden jeweils nach erfolgtem Farbumschlag der vorherigen Schicht (Trocknungskontrolle) bis zu einer Schichtdicke von maximal 3 mm im Spachtelverfahren mit einer Glättekelle aufgebracht. Die erforderliche Gesamtschichtdicke richtet sich u.a. nach der zu erwartenden Wasserbelastung.
2c Beschichtungsaufbau OS 5b:
1. Untergrundvorbehandlung
2. Kratzspachtelung der haftvermittelnden Schicht mit PCI Barraseal Turbo
3. Beschichtung mit PCI Barraseal Turbo
4. Beschichtung mit PCI Barraseal Turbo
3. Verklebung von Drain- und Dämmplatten:
Nach ausreichender Durchtrocknung der Abdichtungsschicht können Drain- und Dämmplatten im Punkt-Wulst-Verfahren oder vollflächig verklebt werden.
4. Als Haftbrücke für mineralische Putzsysteme:
Auf die erhärtete Dichtschicht oder auf bituminösen Abdichtungen wird eine Kontaktschicht aus PCI Barraseal Turbo aufgequastet. In diese Schicht wird nass in nass ein mit PCI Emulsion erstellter Spritzbewurf eingeworfen. Die so vorbereitete Fläche ist nach der Trocknung als Untergrund für mineralische Putzsysteme geeignet.
5. Herstellen einer putzähnlichen Oberfläche:
PCI Barraseal Turbo wird mit ca. 30 % Quarzsand 0,3 - 0,8 mm vermischt und auf die erhärtete Abdichtung mittels Stahltraufel aufgetragen. Dabei ist scharf auf Korn abzuziehen. Nach wenigen Minuten Wartezeit wird wiederum mit Stahltraufel abgerieben. Die erhärtete Schicht kann mit handelsüblichen Außenwandfarben bestrichen werden.
6. Schutz der Beschichtung:
Die Baugrube kann nach ausreichender Erhärtung der Beschichtung verfüllt werden. Die Abdichtung ist durch geeignete Schutzmaßnahmen gemäß DIN 18533 zu schützen.
Hinweise
Punkt- und Linienlasten auf der Abdichtung sind zu vermeiden und nicht zulässig. PCI Barraseal Turbo ist immer auf der Wasser zugewandten Seite des Bauwerkes aufzutragen.
PCI Barraseal Turbo darf nicht bei Umgebungs- und Untergrundtemperaturen unter + 5 °C und über + 25 °C verarbeitet werden. Starke Wärme und Zugluft sind zu vermeiden.
Es ist nur so viel PCI Barraseal Turbo anzumischen, wie innerhalb von ca. 45 Minuten verarbeitet werden kann. Bereits angesteiftes PCI Barraseal Turbo darf weder mit Wasser bzw. der Flüssig-Komponente noch mit frischer Pulver-Komponente vermischt werden. Zusätze zu PCI Barraseal Turbo sind unzulässig.
Unebene Untergründe sind vor dem Abdichten auszugleichen, Unebenheiten < 5 mm werden mit PCI Barraseal Turbo ausgeglichen, Unebenheiten > 5 mm werden mit PCI Nanocret R2 oder PCI Nanocret FC augeglichen.
Anschluss- und Winkelprofile aus Metall sind auf dem Untergrund zu verdübeln und anschließend mit PCI Barraseal Turbo abzudichten. Ein Ablösen der Barraseal Turbo-Schicht vom Metallprofil aufgrund unterschiedlicher Wärmeausdehnung kann so vermieden werden. Bei Übergängen auf Zink bzw. Zinktitan empfiehlt sich vor dem Beschichten mit PCI Barraseal Turbo folgende Vorbehandlung: Den metallischen Untergrund zweimal mit PCI Elastoprimer 220 grundieren, den frischen zweiten Anstrich mit feuergetrocknetem Quarzsand (Körnung 0,1 - 0,4 mm) absanden. Grundierung anschließend erhärten lassen.
Baugruben nicht mit Bauschutt, Geröll oder Splitt verfüllen. Die Abdichtungsschicht darf nicht beschädigt werden (Schutz durch Vorstellen von z.B. Drain-Platten). Vor dem Verfüllen der Baugrube muss PCI Barraseal Turbo ausreichend erhärtet sein.
Werkzeuge sind unmittelbar nach dem Gebrauch mit Wasser zu reinigen, in angetrocknetem Zustand ist nur mechanisches Abschaben möglich.
Bei der Abdichtung von Bauwerken aus WU-Beton im Bereich von Stoß- und Arbeitsfugen von Betonfertigteilen ist die WU-Richtlinie zu beachten.
Bei der Abdichtung von Bauteilen im Verbund mit Fliesen- und Platten ist die Verbundabdichtung PCI Seccoral 2K Rapid einzusetzen.
Die Abdichtung von erdberührten Bauteilen mit PCI Barraseal Turbo entspricht den Richtlinien der Deutschen Bauchemie, "Richtlinie für die Planung und Ausführung von Abdichtungen von Bauteilen mit mineralischen Dichtungsschlämmen" und "Richtlinie für die Planung und Ausführung von Abdichtungen mit flexiblen polymermodifizierten Dickbeschichtungen", ausserdem der Richtlinie "Fassadensockelputz / Aussenanlagen" der Berufs- und Industriefachverbände, dem Merkblatt "Abdichten von erdberührtem Mauerwerk" der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerksbau und ferner den einschlägigen WTA-Merkblättern. Oben genannte Regelwerke und Merkblätter sind bei Ausführung und Planung zu beachten. Von Regelwerken abweichende Ausführungen sind gesondert schriftlich zu vereinbaren.
Die Anwendung von PCI Barraseal Turbo als erdberührte Bauwerksabdichtung ist in DIN 18533 als Abdichtung in den Wasserbeanspruchungsklassen W1-E und W4-E geregelt. Eine darüberhinausgehende Anwendung als Abdichtung in den Wasserbeanspruchungsklassen W2-E und W3-E ist mit dem Auftraggeber schriftlich zu vereinbaren.
Lagerung: trocken, frostfrei, nicht dauerhaft über + 30 °C.
Verbrauch
- ca. 2,4 kg/m² (ca. 2,2 mm Nassschichtdicke bei 2,0 mm Trockenschichtdicke) - ein 20-kg-Eimer reicht für ca. 8,3 m²
- ca. 4,8 kg/m² (ca. 4,4 mm Nassschichtdicke bei 4,0 mm Trockenschichtdicke) - ein 20-kg-Eimer reicht für ca. 4,2 m²