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Kellerabdichtung: eine Anleitung

Kellerabdichtung

Die Außenwände eines Kellers sind besonderen Belastungen ausgesetzt. Da ist nicht nur das von oben lastende Gewicht des restlichen Hauses, sondern auch der Druck des sie umgebenden Erdreiches. Jedoch ist die Statik eines jeden Gebäudes so konzipiert, dass diese Last bei guter Instandhaltung meist über viele Jahrzehnte hinweg keine Herausforderung darstellt. Ganz im Gegenteil zum dritten Feind unserer Kellerwände: Feuchtigkeit. Wirkt sie über längere Zeit hinweg auf Teile oder sogar das komplette Untergeschoss ein, kann sie für gefährliche Schäden an der Bausubstanz sorgen. Deshalb ist eine gründliche Kellerabdichtung von enormer Wichtigkeit. In unserem hilfreichen bauchemie-Ratgeber geben wir Ihnen nützliche Tipps und Hinweise, was es dabei zu beachten gilt!

Was ist eine Kellerabdichtung?

In Ihrem Keller herrschte stets ein gesundes Raumklima, doch seit einigen Monaten wird er immer feuchter? Das ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Abdichtung Ihres Untergeschosses nicht mehr intakt ist. Um die Stabilität Ihres Hauses zu sichern und noch umfangreichere Sanierungsarbeiten zu verhindern, sollten Sie schnellstmöglich handeln. Doch jede Kellerabdichtung ist anders, da die vorherrschenden Bedingungen meist stark variieren. Aus diesem Grund ist es wichtig, vor der Planung und dem Start der Sanierungsarbeiten einen Bausachverständigen zu konsultieren, um genau herauszufinden, was in Ihrem Keller renoviert werden muss. Ob Sie sich für die Abdichtung Ihres Kellers dann in professionelle Hände begeben oder die Arbeiten selbst vornehmen möchten, bleibt dabei ganz Ihnen überlassen. Allerdings möchten wir Ihnen ans Herz legen, nur selbst Hand anzulegen, wenn Sie in Sachen Heim- und Handwerkern bereits viel Erfahrung sammeln konnten.


Gründe für eine Kellerabdichtung: hilfreich gegen drückendes Wasser und mehr

Wenn Menschen das Wort Keller hören, denken viele vermutlich zuerst an dunkle, ungemütliche und vor allem feuchte Räumlichkeiten. Doch warum sind Keller meist klamm und undicht? Erfahren Sie mehr über die große Vielzahl an Gründen!

Ursachen feuchter Keller, bei denen eine Kellerabdichtung Wunder wirkt

Meist hängen feuchte Kellerwände und eine schlechte Luft in den entsprechenden Räumen mit einer mangelhaften oder ganz fehlenden Abdichtung des Kellers zusammen. Folgende Varianten sorgen für ein schlechtes Raumklima und bedürfen einer umfassenden Kellerabdichtung:

Marodes Mauerwerk

  • Ist die Bausubstanz bereits angegriffen, bilden sich Risse und Schadstellen, wodurch Feuchtigkeit problemlos in das Mauerwerk gelangt.

Bodenfeuchtigkeit

  • Bodenfeuchtigkeit entsteht vor allem durch Niederschlag und tritt meist auf nicht bindigem und gut durchlässigem Boden auf – zum Beispiel auf Sand, Splitt und Kies.

Drückendes Wasser

  • Drückendes Wasser übt einen gewissen Druck auf Mauerwerke und Bauteile aus. Ursache ist meist ein gehobener Grundwasserspiegel, Hochwasser, angestautes Sicher- oder Hangwasser.

Kapillarfeuchte

  • Als Kapillarfeuchte wird vor allem Grundwasser bezeichnet, was sich von unten mithilfe von Kapillarkräften durch die Poren und Verzweigungen der Bodenplatte in das Mauerwerk bahnt.

Gründe für feuchte Keller, bei denen eine Abdichtung nicht hilft

Doch auch wenn die vorhandene Kellerabdichtung einwandfrei intakt ist, gibt es Ursachen, weshalb Keller feucht sein können:

  • Nichtdrückendes Wasser

Ist das Erdreich rund um Ihre Gebäude stark durchlässig und feucht, wird von nicht-drückendem Wasser gesprochen. Eine Kellerabdichtung an sich hilft hier nur bedingt. Das Schaffen einer zusätzlichen Drainage ist unerlässlich und kann erst zur Linderung beitragen.

  • Feuchte Wände durch Kondensation

Kellerwände sind häufig kalt, da die im Erdboden befindlichen Räumlichkeiten meist wenig oder nur zur Lagerung genutzt werden. Ein Beheizen im Winter wird deshalb oft vernachlässigt. Oft sammelt sich dann im Keller Luft mit hoher Luftfeuchtigkeit. Diese Nässe setzt sich an den Wänden ab, sorgt für Schäden am Mauerwerk und begünstigt die Schimmelpilzbildung. Durch regelmäßiges Lüften und dem Trocknen des Mauerwerks können Sie hier Abhilfe schaffen.

  • Wasserschaden durch Rohrbruch

Gegen einen Rohrbruch innerhalb Ihrer Wände kann auch eine Abdichtung des Kellers nicht helfen. Nun bleibt Ihnen nur übrig, die Bruchstelle möglichst schnell zu identifizieren, das betroffene Mauerwerk gründlich zu trocknen und wieder gut zu verputzen. Besonders kompliziert wird es, wenn ein Rohr lediglich einen kleinen Haarriss aufweist und über Jahre hinweg langsam, aber stetig Unmengen an Wasser in die Wände laufen lässt. In diesem Fall kommen Sie nicht an umfangreichen Sanierungsarbeiten vorbei.


Mannigfaltige Möglichkeiten, Ihren Keller abzudichten

Ist die Feuchtigkeit einmal in Ihren Keller und die umliegenden Wände eingedrungen, gilt es möglichst schnell eine entsprechende Lösung zu finden. Vor allem bei größeren Schadstellen empfehlen wir Ihnen, vor dem Planen der nächsten Schritte zuerst einen Baugrundgutachter zu bestellen. Damit erhalten Sie wertvolle Einblicke in die korrekten Boden- und Wasserverhältnisse der Bausubstanz und erfahren, welches Abdichtungsverfahren überhaupt Sinn ergibt. Nachfolgend werden die sich Ihnen ergebenden Möglichkeiten genauer aufgeschlüsselt.

Horizontalabsperrung

Kellerabdichtungen können jedoch nicht nur anhand dessen unterschieden werden, ob sie innen oder außen stattfinden. Auch die Richtung der eindringenden Feuchtigkeit ermöglicht zwei unterschiedliche Verfahren: Die Horizontal- sowie Vertikalabsperrung. Das Abdichten durch eine Horizontallsperre wird notwendig, sobald das Wasser von unten in das Mauerwerk und die Bodenplatte dringt. Es wandert durch Kapillaren und Poren hinauf, wodurch diese Nässe Kapillarfeuchte genannt wird. Wurde beim Hausbau keine stabile Horizontalsperre eingebaut, kann sie nachträglich von innen auf Boden und Wände aufgetragen werden. Eine Abdichtung des Kellers mittels Horizontalsperre wird durch unterschiedliche Varianten herbeigeführt. Beliebt sind vor allem das Mauersägeverfahren, das Ramm-Riffelblechverfahren, das Mauertauschverfahren, das Bohrkernverfahren, das elektrophysikalische Verfahren und das Injektionsverfahren.

Vertikalabsperrung

Die meisten feuchten Kellerräume leiden unter seitlich einwirkendem Wasser. Das kann sowohl durch Grund- als auch Sickerwasser bestehen. Dabei gilt: Je tiefer der Keller im Erdboden liegt, desto größer ist der entstehende Druck. Gegen diesen Lastenfall hilft eine zuverlässige Vertikalsperre. Sie wird am besten an der Kelleraußenwand angebracht und besteht im Idealfall aus eine Flächeninjektion oder dem Auftrag einer mineralischen Dichtschlämme. Doch auch die Vertikalsperre hält mehrere Möglichkeiten bereit. So kann sie ebenso mittels einer Weißen Wanne, einer Braunen Wanne und einer K-Wanne erzeugt werden, oder aber durch eine bitumenfreie sowie bitumenhaltige Methode.

Abdichtung von innen

Eine Abdichtung von außen ist nicht möglich, da zum Beispiel ein weiteres Gebäude direkt angrenzt, der Platz zwischen Fassade und Grundstücksgrenze zu klein ist, oder sie für einen doch recht niedrigen Lastfall einfach unwirtschaftlich wäre? In diesem Fall können Sie sich auch für eine Wandbehandlung von innen entscheiden. Zuerst muss der alte Putz entfernt werden, dann können Sie mit dem Abdichten beginnen. Hierbei wird – je nach Belieben nach einer vorherigen Grundierung – erst die Dichtschlämme aufgetragen. Nach dem Trocknen können unebene Stellen mit Spachtelmasse korrigiert werden, danach kommen Sanierputz und eine diffusionsoffene Farbe zum Einsatz.

Abdichtung von außen

Eine Abdichtung von außen ist zwar die kostenintensivste Methode, aber auch die effektivste. Doch wie ist das Vorgehen bei einer außenseitigen Kellerabdichtung?

Die wichtigsten Schritte zur Kelleraußenabdichtung stark verkürzt

1. Entfernen Sie das Erdreich rund um das Haus. Dadurch legen Sie die einzelnen Kellerwände frei und reinigen das Mauerwerk. Verschließen Sie zunächst alle offensichtlichen Schadstellen und unbedeckten Fugen. Im Idealfall gleichen Sie auch sämtliche Unebenheiten aus und begradigen sie.

2. Tragen Sie im nächsten Arbeitsschritt die Dichtungsschlämme auf und nehmen Sie danach eine Versiegelung durch die Bitumen-Dickbeschichtung vor. Ideal sind kunststoffmodifizierte Bitumenemulsionen. Meist werden zwei bis drei Schichten aufgetragen, bei einem höheren Lastfall – einer starken Durchfeuchtung – können Sie jedoch auch weitere Beschichtungen vornehmen oder sogar eine Einlage einbetten. Glasseidengewebe bietet sich hierbei an.

3. Nun werden auf die Bitumen-Dickbeschichtung Dämmplatten gesetzt. Sie sind wasserabweisend und beständig gegen Druck. Wichtig ist, dass Sie die gesamten Arbeitsschritte der Kellerabdichtung jeweils von der Bodenplattenunterkante bis über die Oberkante des normalen Erdreichs ausführen. Nur so entsteht bei korrekter Ausführung ein zuverlässiger Schutz gegen Feuchtigkeit.

Kellerabdichtung von innen oder außen: Wo liegen die Vorteile?

Auch wenn eine äußere Abdichtung des Kellers der Inneren im Normalfall vorzuziehen ist, gibt es auch Eigenschaften, die für die Innere sprechen. Bei jedem Vorhaben lohnt es sich, vorher abzuwägen: Was eignet sich, eine Kellerabdichtung von innen oder außen? Stöbern Sie durch die informative Gegenüberstellung der beiden Varianten und finden Sie die, die am besten zu Ihrem Projekt passt!

Eigenschaften Innen Außen
Kosten Geringer Höher
Zeitlicher Aufwand Geringer Höher
Arbeitsaufwand Hoch Höher (durch die anfallenden Erdarbeiten)
Wert der Wärmedämmung Nimmt ab Nimmt zu
Erdarbeiten Keine Umfangreich
Geräuschbelästigung Geräuscharm Erdräumarbeiten sind relativ laut
Kellernutzung während der Abdichtung Nicht möglich Möglich
Erfolg Wände trocken, Mauerwerk weiterhin feucht Wände und Mauerwerk trocken

Sie sehen, sowohl eine Kellerabdichtung von innen als auch von außen ergibt Sinn. Allerdings ist sie von außen definitiv erfolgreicher und nützlicher. Auch wenn die Kosten und der Arbeitsaufwand bei der Methode an den Innenwänden geringer sind, ist die dichtende Wirkung nur vordergründig. Der Keller ist im Nachhinein auf jeden Fall trockener und besitzt künftig ein besseres und gesunderes Klima. Jedoch bleibt das dazugehörige Mauerwerk hinter der behandelten Wand weiterhin feucht, da gegen das Eindringen von Wasser nichts unternommen wurde. Das senkt nicht nur die Wärmedämmeigenschaften, sondern kann durch die fortschreitende Zeit außerdem zu Schäden an der Bausubstanz führen. Wir empfehlen Ihnen in dem Fall stets eine Kellerabdichtung von außen, sollte sie finanziell und räumlich möglich sein.

Alles, was Sie brauchen: Kellerabdichtungsmaterialien und Werkzeuge

Folgende Kellerabdichtungsmaterialien benötigen Sie für eine erfolgreiche Anwendung:

Remmers PBS 2K Bitumendickbeschichtung

Eine Bitumen-Dickbeschichtung besteht aus mehrlagig aufgebrachten Schichten einer kunststoffmodifizierten Bitumenemulsion. Meist besteht die Masse aus Polymerbitumen oder Elastomerbitumen. Sie eignet sich vor allem zur Abdichtung von Bauwerken im erdberührenden Bereich.

Produktdetails: 25kg, Preis pro kg: 5,51 €, Einbautiefen > 3 Meter im Erdbereich

Dichtungsschlämme

Die Dichtungsschlämme wird zur Abdichtung von Betonteilen genutzt. Auch eignet sie sich hervorragend zur Schadstellenausbesserung. Sie besteht zum großen Teil aus Zement und ist für den Innen- sowie Außenbereich geeignet.

Produktdetails: 25 kg; Preis pro kg: 3,00, Abdichtung von Betonbauteilen mit Rissbreitenbeschränkung

Weitere benötigte Produkte:

  • • Folie
  • • Abklebeband
  • • Dichtmanschetten
  • • Bitumen-Dämmplattenkleber
  • • Voranstrich-Masse

Darüber hinaus werden Ihnen nachfolgende Werkzeuge bei den Abdichtarbeiten helfen:

  • • Spaten, Schaufel und Geräte für den Baugrubenaushub
  • • Flachmeißel
  • • Hammer
  • • Besen
  • • Zahnkelle, Glättkelle sowie Putzerkelle
  • • Bürste oder Auftragsrolle
  • • Handsäge
  • • Messer
  • • Handspachtel
  • • Messhilfen
  • • Mörtelkübel und Malereimer
  • • Schutzbrille und Bauhandschuhe für Ihre Sicherheit

Bei einer Innenanwendung entfallen die Geräte für den Aushub der Baugrube.


Was kostet eine Kellerabdichtung?

Eins ist gewiss: Stets ist eine Kellerabdichtung mit Kosten verbunden. Doch mit welchen Investitionen müssen Sie im Lastfall rechnen? Diese Frage können wir Ihnen so pauschal nicht beantworten. Das Treffen einer stichhaltigen Aussage hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Deswegen sind allgemeingültige Kostenberechnungen unmöglich. Allerdings möchten wir Ihnen ein paar Beispiele geben, damit Sie ungefähr erahnen können, was mit den jeweiligen Methoden auf Sie zukommen kann. Jede Angabe ist nur als Anhaltspunkt zu verstehen und beinhaltet lediglich die Material- sowie Gerätekosten. Zu bezahlende Arbeitsstunden sind hierbei noch nicht berücksichtigt.

Maßnahme Kosten
Ursachenabklärung durch Bausachverständigen Ab 200 Euro
Horizontalsperre durch Injektionsverfahren Ab 80 Euro pro Quadratmeter
Horizontalsperre durch Mauersägeverfahren Ab 100 Euro pro Quadratmeter
Horizontalsperre durch Mauertauschverfahren Ab 200 Euro pro Quadratmeter
Horizontalsperre durch Ramm-Riffelblechverfahren Ab 70 Euro pro Quadratmeter
Horizontalsperre durch Bohrkernverfahren Ab 350 Euro pro Quadratmeter
Horizontalsperre durch elektrophysikalisches Verfahren Ab 350 Euro pro Quadratmeter
Kellerabdichtung von außen durch Bitumen-Dickbeschichtung Ca. 450 Euro pro laufenden Meter
Kellerabdichtung und Dämmung von innen Ab 80 Euro pro Quadratmeter

Anleitungen: Keller selbst abdichten

Sie möchten die Abdichtung Ihres Kellers selbst in die Hand nehmen? Bauchemie unterstützt Sie dabei! Wir bieten Ihnen hochwertige Materialien und Werkzeuge aller Art. So finden Sie genau das, was Sie benötigen – zum gewohnt fairen Preis! Darüber hinaus haben wir für Sie nützliche Anleitungen und Anweisungstipps erstellt: